Die Kastelruther Spatzen live mit den Schmalzlern aus dem Bayerischen Wald in Freyung

 

„Wir können stolz auf unsere Schmalzler sein“

Musikantenfamilie feierte mit den Jubilaren 20-jähriges Bestehen – 4000 Gäste im Festzelt auf der Freyunger Au

Landrat Alexander Muthmann gratuliert den Schmalzlern

von Norbert Peter

Freyung. Ganz groß feierten „Die Schmalzler“ am Wochenende ihr 20-jähriges Bestehen am Festplatz in Freyung. Dazu hatten sich die Musiker ein buntes Programm einfallen lassen. Am Donnerstag rockten die Coverbands „Sky“ und „Chain“ (die PNP berichtete) und am Freitag sorgten als Ehrengäste die „Kastelruther Spatzen“ für ein volles Zelt (siehe Bericht unten). Samstagvormittag gab es am Freyunger Stadtplatz eine Fanmeile und am Sonntagvormittag im Festzelt einen Frühschoppen (beide Berichte siehe Seite 30). Am Samstagabend aber waren die Geburtstagskinder an der Reihe. Als Landrat Alexander Muthmann als Schirmherr des Frühlingsfestes sagte: „Wir können stolz auf unsere Schmalzler sein“, stimmten die 4000 Gäste mit Riesenbeifall zu. Eingestimmt auf den schmissigen Abend wurde das Publikum durch die „Haidl-Buam“ Christian und Thomas, die beim Wettbewerb „PNP sucht Stars von morgen“ im Rahmen des Festes durch Publikum und Jury auf den ersten Platz gesetzt wurden (siehe Bayernteil). Sie zeigten, dass sie das Zeug zu Stars haben. Romy und Christian Gebhardt, seit einigen Jahren mit den „Schmalzlern“ verbunden, führten als Moderatorenteam durch den Abend. Beide haben sie schon beim Grand Prix der Volksmusik Erfahrungen gesammelt und werden auch heuer wieder bei diesem Wettbewerb gemeinsam auf der Bühne stehen. Am 17. Mai fällt die deutsche Vorentscheidung und die beiden treten mit der Startnummer zwei und dem Titel „Tausend Fragen an die Liebe“ an. Klar, dass Romy und Christian dieses Lied als Vorgeschmack auf den Grand Prix dem Publikum präsentierten. Eine Überraschung hatten dann die „Bayerwaldstrolche“, die schon als die „jungen Schmalzler“ bezeichnet werden, parat. Die Gruppe besteht aus Ramona Lohberger aus Schöllnach, Fabian Peter aus Hutthurm sowie Michael Fisch, Fabian Fenzl und Lena Fenzl, die alle drei aus Otterskirchen sind. Fabian und Lena wurde das musikalische Gespür quasi in die Wiege gelegt - sie sind die Kinder des „Schmalzlers“ Max Fenzl. Nach ihrem mit viel Beifall bedachten Auftritt sangen sie das Lied „Wir sind eine große Familie“, das sie extra zum Jubiläumsabend und ohne Wissen der „Schmalzler“ aufgenommen hatten. Die Jubilare „Die Schmalzler“ warteten dann mit ihren Erfolgstiteln auf, sie verwöhnten die Gäste mit ihrer Musik. Seit 20 Jahren auf der Bühne und kein bisserl „verbraucht“, so sind Karl Wirkert, Max Fenzl, Max Lucksch, Manfred „Joe“ Eckerl und Robert Prosser. Seit vielen Jahren arbeitet das Ritt Sound-Team als Produzent eng mit den „Schmalzlern“ zusammen. Freddy Ritt gratulierte und dankte für den „Stall“, wie auch Roland Riedel vom Musikkontakt Bayern, der „Die Schmalzler“ im Programm hat. „Die Schmalzler“ hatten jede Menge Musiker eingeladen, um an diesem Geburtstagsabend zu musizieren. Werner Redlich aus Holland trat auf, genauso wie der Nachwuchsstar Marcel mit Jacqueline. Ein „alter Hase“ dagegen ist der „Bayerische Hias“ alias Franz Huber aus Dingolfing. Wenn er zu seiner Derbleckerei durch das Zelt aufbricht, da weiß auch Landrat Alexander Muthmann aus Erfahrung, was ihm blüht: Er muss den Hias mit einer Maß Bier versorgen. Für den krönenden Abschluss war dann das „Alpentrio Tirol“ zuständig. Dieses Trio, das aber aus vier Männer besteht, wurde 1983 gegründet. Das Alpentrio Tirol brillierte mit dem Sieg beim Grand Prix der Volksmusik und dem Titel „Hast a bisserl Zeit für mi“. Jährlich sind die Musiker bei etwa 200 Auftritten quer durch Europa zu sehen. In Freyung spielten sie ihre Qualitäten bei ihrer Gratulation an ihre Freunde aus. Die „Schmalzler“ werden sich vom 24. bis 27. Mai beim „Servus Freunde Fest 2007 Alpentrio Tirol“ in der Olympia-Halle in Seefeld revanchieren.

Finale

Chef der „Kastelruther Spatzen“ nimmt Blumengruß der jungen Frau entgegen - 5000 Fans feierten mit - Eintrag ins Goldene Buch von Freyung

von Norbert Peter

Freyung. Ganz vorn vor der Bühne sitzt die 23-jährige Rebecca aus Kirchdorf im Wald. Die junge Dame ist eine der über 5000 Fans der schon legendären „Kastelruther Spatzen“, die anlässlich des ersten Frühlingsfestes der Volksmusik zum Jubiläum „20 Jahre Schmalzler“ mit einem Sondergastspiel aufwarten. Rebecca kann nicht jubeln wie die anderen, denn sie ist schwerstbehindert und kann das Geschehen nur vom Rollstuhl aus verfolgen. Aber Rebecca ist seit ihrem sechsten Lebensjahr ein echter Fan der „Kastelruther Spatzen“. Auch in Freyung zeigt es sich, dass Menschen viele Kilometer auf sich nehmen, um die „Spatzen“ hören und sehen zu können. Allein 17 Busse steuerten Freyung an. Ohne Zweifel sind die „Kastelruther Spatzen“ die unangetastete „Nr. 1“ der Volksmusik. Seit über 15 Jahren ausverkaufte Tourneen und eine gigantische Fangemeinde, wie in Freyung, vermitteln nur im Ansatz, wie sehr die „Spatzen“ die Menschen mit ihrer Musik begeistern. „Das Beste ist gerade mal gut genug“, nach diesem Prinzip würden die Lieder für die „Spatzen“-Alben geschrieben, denn nur wer nach Perfektion strebe, der werde mit permanenter Kreativität und anhaltendem Erfolg belohnt. Aber die „Kastelruther Spatzen“ sind nicht nur Musikanten, sondern versuchen eines der wohl ältesten Geheimnisse der Menschheit zu lüften: Ist das Streben nach Leben und Liebe eine willkürliche Verkettung von Zufällen oder eine Vorsehung des Schicksals? So ist die berührende Ballade „Gott hatte einen Traum“ eine Ode an die erste große Liebe, die ein Leben lang hält. „Mein Papa und ich“, das Norbert Rier mit seiner Tochter Anna singt, ist ein großes Dankeschön an alle Papas der Welt.
Der Glaube spielt im Leben der „Kastelruther Spatzen“ eine zentrale Rolle und deshalb haben sie das „Angelogebet“ dem neuen Papst Benedikt XVI. gewidmet. „Ob unsere Geschicke nun vom Zufall bestimmt oder vom Schicksal gelenkt werden, bleibt wohl immer ein Geheimnis“, meint Norbert Rier. Genau dies zieht Rebecca zu den „Spatzen“. Ihre Lieder sprechen eine besondere Sprache, vermitteln vieles, was aus dem Herzen kommt und unter die Haut geht. Für Rebecca sind die Lieder der „Spatzen“ eine wertvolle Hilfe bei der Bewältigung ihres Schicksals. Und Rebecca’s Augen strahlen noch mehr, als sie im Rollstuhl ganz vorn zur Bühne geschoben wird, sich Norbert Rier zu ihr herunterbeugt und den Blumenstrauß, den sie ihm schenken will, in die Hand nimmt. Für die junge Frau ein unvergessliches Erlebnis. Ein besonderes Engagement zeigten die „Kastelruther Spatzen“ für eine weitere gute Sache, denn sie hatten die Patenschaft für den Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes übernommen. Hatten - denn in Freyung geht diese Patenschaft mit Handschlag an „Die Schmalzler“ über, die nun mit vielerlei Aktionen auf die Wichtigkeit des Blutspendens hinweisen werden. Rene Reinelt, Leiter des Blutspendedienstes, dankte den „Spatzen“ für die über einjährige Mithilfe und den „Schmalzlern“ für die Übernahme der Patenschaft. Premiere feierte dabei das eigens komponierte „Blutspendelied“, für das Andrew Young aus Liverpool, einer der weltbesten Saxophonisten, sogar ein Konzert in Kapstadt in Südafrika absagte, um in Freyung dabei sein zu können. Und als „Draufgabe“ sangen Norbert Rier und Karl Wirkert von den „Schmalzlern“ das Grand Prix-Lied „Denn du bist schön heute Nacht“, das die „Spatzen“ auch auf ihrer CD im Programm haben. Doch damit ist noch nicht genug: Die „Kastelruther Spatzen“ sind nicht zu bremsen: „Und Singen ist Gold“, „Berge ohne Wiederkehr“, „Der alte Herrgottschnitzer“, „Tausend Berge Sehnsucht“, „Bin ein Kind aus Südtirol“ - nach 30 Titeln sind die Fans nicht mehr zu halten, sie stürmen ganz nah an die Bühne. Ein Medley der bekanntesten Lieder, dazu „Eine weiße Rose“, „Herzschlag für Herzschlag“, „Ciao Amore“ - Freyung liegt den „Kastelruther Spatzen“ zu Füßen. Ein grandioses Konzert neigt sich zu Ende - und vielleicht wird es sich ja irgendwann wiederholen.
Doch nicht nur Musik stand beim Besuch der „Kastelruther Spatzen“ auf dem Programm. Der Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Freyung gehörte ebenso dazu wie ein Erinnerungsgeschenk in Form des Stadtbuches, das Bürgermeister Peter Kaspar überreichte. Franz Schreiber aus Röhrnbach hatte sogar eine „Jubiläumstorte“ mit einem Bild von Norbert Rier und Max Fenzl gezaubert. Zum Anschneiden fast zu schade.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Freyung